Der TBF-Vorstand gratuliert recht herzlich zu diesem Erfolg.

Regionalliga Südwest, Herren: TC Palmengarten ist Meister

Auf der Anlage am Berkersheimer Weg in Frankfurt-Eschersheim wurde gefeiert. Die Herren des TC Palmengarten sind bereits am vorletzten Wochenende Meister der Tennis-Regionalliga Südwest geworden und haben sich damit gleichzeitig auch das Aufstiegsrecht in die Zweite Bundesliga erspielt. Von den bisher gespielten 30 Einzel gaben sie lediglich vier ab. Fit zeigte sich auch Trainer Philipp Marx, der ins Restaurant sprintete, um rechtzeitig nach dem letzten Schlag mit der Magnum-Sektflasche auf dem Court zu stehen. Dass er gleich ein Drittel des Inhalts aus der Hand von Carlos Gomez-Herrera über den Kopf gespritzt bekommt, hätte ihn eventuell unterwegs langsamer werden lassen. Oder auch nicht: Die Sektdusche ist doch der Lohn für die gute Arbeit des Coaches, die nimmt jeder Trainer gern in Kauf. Den Rest der schäumenden Kostbarkeit tranken dann die Teamkollegen des Spaniers aus. „Cerveza si, champán no“ (Bier ja, Champagner nein“) begründete er seine Enthaltsamkeit, die er auf der Terrasse mit einem heftigen Schluck aus dem Bierglas beendete.

TC Bad Homburg – TC Palmengarten 3:6

Kaum jemand hätte vorausgesagt, dass es im Bad Homburger Kurpark nach den Einzeln Unentschieden stehen würde. Am Ende gewannen die Frankfurter aber alle drei Doppel und behielten mit dem 6:3-Sieg ihre weiße Weste.

Nach der ersten Serie lagen die TCP-Herren sogar zum ersten Mal in Rückstand. Der Franzose Malek Jaziri startete gut, variierte seine guten Sliceschläge mit der Topspin-Vorhand, streute auch schöne Stops ein. Als der gut servierende Bad Homburger jedoch ab dem zweiten Satz seinen guten Aufschlägen schnell nachgegangen ist und überm Kopf praktisch jeden Schlag verwandelte, wurde der Korridor, in den er gefahrlos spielen konnte, für den Tunesier mit dem französischen Pass plötzlich zu klein. Im Match-Tiebreak hielt Malek bis 3:3 mit, dann machte er nur noch einen Punkt. Die gegnerischen Netzattacken konnte auch der bis dahin ungeschlagene Pol Martin Tiffon nicht verkraften. Das Serve-and-Volleyspiels von André Stenger überraschte den jungen Spanier, der sich im Verlauf der Partie auf die Spielweise seines Gegners ein wenig gewöhnen konnte, gegen die gewaltigen Aufschläge aber im Match-Tiebreak keine Antwort fand.

Die klaren Siege von Gomez-Herrera, der den langsam gewordenen Joel Link immer wieder mit schnellen, flachen Bällen pausenlos laufen ließ, sowie des dank des kroatischen Passes als EU-Ausländer spielenden Argentiniers Pedro Cachin schafften den Ausgleich. Pedro ließ sich von dem übermotivierten Energiebündel auf der anderen Netzseite nicht aus der Ruhe bringen, spulte gleichmäßig sein Pensum herunter und begeisterte mit guten Stops.

Kaum jemand hätte erwartet, dass Facundo Mena gegen Lucas Gerch verlieren könnte. Der gut aufschlagende Argentinier machte nach dem ersten Satz aber zu viele unnötige Fehler, zu denen ihn der sicher mit gutem Slice und Länge in den Schlägen zwingende Linkshänder einlud. Zwar konnte Facundo im zweiten Satz nach 2:5-Rückstand mit einem Rebreak auf 4:5 verkürzen, doch in dem Match-Tiebreak wurden seine Schläge kürzer und so lag er wieder schnell zurück. Das 3:3 nach den Einzeln rettete Marek Gengel. „Ein tolles, ausgeglichenes Match. Wir spielten beide druckvoll, es ging sehr schnell zu, die Ballwechsel waren nach zwei, drei Schlägen meistens beendet. Meine kurze Winkelschläge haben ihm nicht geschmeckt“, sagte der Tscheche, der im Match-Tiebreak schnell 5:0 führte und den Vorsprung mit guten Aufschlägen verteidigte.

Philipp Marx stellte in den Doppeln immer einen Routinier mit einem jungen Spieler auf. Das erste Doppel machte viel Druck, gewann aber vor allem dank des guten Lobs, die den Gegner demoralisiert hatten. Im zweiten Doppel glänzte zwar Stenger als perfekter Netzspieler, doch Gerchs Stärke liegt eher im Einzel. Auf der anderen Seite bewies Gomez-Herrera, der vor drei Wochen auf Mallorca mit Novak Djokovic als Partner spielte, welch exzellenter Doppelspieler er ist. Gengel harmonierte bestens mit Constantin Schmitz. Der Tscheche bereitete die Aktionen mit druckvollen Schlägen von hinten vor, Schmitz vollendete sie am Netz.

Lucas Gerch – Facundo Mena/Argentinien 2:6, 6:4, 10:6

Elmar Ejupovic – Malek Jaziri/Frankreich 5:7, 6:4, 10:4

Marco Bortolotti/Italien – Pedro Cachin/Kroatien 5:7, 1:6

Joel Link – Carlos Gomez-Herrera/Spanien 2:6, 2:6

Milen Ianakiev – Marek Gengel/Tschechien 6:7, 6:3, 5:10

André Stenger – Pol Martin Tiffon/Spanien 6:4, 3:6, 10:7

Ejupovic/Bortolotti – Mena/Jaziri 4:6, 3:6

Gerch/Stenger – Cachin/Gomez-Herrera 5:7, 4:6

Link/Ianakiev – Gengel/Constantin Schmitz 3:6, 2:6

TC Palmengarten – TK GW Mannheim II 8:1

Einen Tag später gewann der TC Palmengarten gegen den TK GW Mannheim II alle sechs Einzel. Die Badener präsentierten sich nur an den Positionen eins bis drei konkurrenzfähig, hinten spielten junge Spieler, die der Klasse der gegen sie aufgestellten Palmengarten-Cracks nicht gewachsen waren. Die ersten drei Matches mussten wegen des Regens in der Halle gespielt werden. Interessant war dabei nur das Zweier-Duell. Sowohl Jaziri als auch Robin Kern schlugen gut auf. Der Mannheimer returnierte super, verschenkte aber am Netz einige Punkte. Der Frankfurter, dem im ersten Satz ein schnelles Break zum 3:2 gelang, war konstanter, schlug noch einen Tick besser als sein Gegner auf.

Auch wenn das Spitzenspiel, dass schon auf dem Sand gespielt wurde, vom Ergebnis her eindeutig klingt, war es ein Match, das den zahlreichen Zuschauern sehr gut gefiel. Sobald der 35 Jahre alte frühere Profi aus dem Stand schlagen durfte, zeigte er mit brillanten Schlägen, warum er vor elf Jahren die Nummer 33 der Welt war. Doch Mena verteilte die Bälle gut, spielte schnell, für den mittlerweile ein wenig beleibten Gegner zu schnell.

Das ausgeglichenste Match lieferten sich Gomez-Herrera und Simon Stadler. Der Mannheimer der zur gleichen Zeit auf der Tour spielte (ATP 140 Einzel/52 Doppel), wie der um drei Jahre jüngere Beck, erkannte die Klasse des Spaniers neidlos an: „Carlos ließ mich laufen, schlug die Bälle oft gegen den Lauf und brachte mich mit seinen perfekten Stopps zur Verzweiflung“, sagte Stadler nach dem Match.

Facundo Mena/Argentinien – Andreas Beck 6:2, 6:2

Malek Jaziri/Frankreich – Robin Kern 6:4, 6:4

Carlos Gomez-Herrera/Spanien – Simon Stadler 6:2 6:4

Marek Gengel/Tschechien – Cedric Holzmann 1:0, Aufgabe Holzmann

Pol Martin Tiffon/Spanien – Marcel Burkhardt 6:1, 6:1

Constantin Schmitz – Jona Potrafke 6:0, 6:0

Doppel nicht gespielt, 2:1 gewertet

Regionalliga Südwest, Herren: TC Bad Homburg – TC Palmengarten 3:6, Wiesbadener THC – Eintracht Frankfurt 6:3, TC Doggenburg – TC Bad Schussenried 6:3, TC Palmengarten – TK GW Mannheim II 8:1, TC Bad Homburg – Wiesbadener THC 3:6, TC Doggenburg – Eintracht Frankfurt 2:7.

Die Tabelle: 1. TC Palmengarten (Meister) 10:0 Siegpunkte, 37:8 Matchpunkte, 2. Wiesbadener THC 8:2, 27:18, 3. Eintracht Frankfurt 4:4, 21:15, 4. TK GW Mannheim II 4:4, 15:21, 5. TC Bad Homburg 2:6, 17:19, 6. TC Doggenburg Stuttgart 2:6, 11:25, 7. TC Bad Schussenried 0:8, 7:29, 8. TVH Rüsselsheim zurückgezogen (Absteiger).