Deutsche Meisterschaften der Gehörlosen im Tennis in Frankfurt vom 18. – 20.09.

Gehörlosensport: Was Sie wissen sollten

Die Gehörlosen und Menschen mit Hörbehinderung in einer eigenen Sportorganisation – Warum?

Gehörlosensport ist keine eigenständige, spezielle Sportart für Hörgeschädigte. Sie betreiben die gleichen Sportarten wie die der hörenden Welt. Allerdings mit Einschränkungen. Trotz ihrer körperlichen Unversehrtheit besteht für Gehörlose keine Chancengleichheit im Wettkampf mit Hörenden, u.a. deshalb, weil der Hörschaden Einfluss auf das Erlernen von Bewegungsformen (Motorik) hat und man aufgrund von akustischen Eindrücken auch Informationen, z.B. über die Beschaffenheit eines Bodens, den Schnitt eines Balles, die Nähe eines Mit- bzw. Gegenspielers usw. erhält. Als weiteres Beispiel hört ein gehörloser 100 m Sprinter nicht den Startschuss, sondern sieht erst den Rauch aus der Startpistole. Deshalb wird im Gehörlosensport mit einer Fahne oder optischen Signalen gestartet. Daraus ergibt sich schon ein Nachteil von Zehntelsekunden.

Aufgrund ihrer Kommunikationsbehinderung sind Gehörlose von vielen wichtigen Bereichen der Gesellschaft, deren Kulturleben sehr stark auf Gehör- und Lautsprache aufbaut, abgeschnitten. Dies hat dazu geführt, dass die Gehörlosen die einzige Behindertengruppe mit eigener Sprache und eigener Kultur sind. Die Geschlossenheit dieser Gemeinschaft überwindet nationale Grenzen und Sprachbarrieren.
Sportbetätigung in der Schicksalsgemeinschaft löst die Gehörlosen aus der Isolation, gibt ihnen Lebensfreude und stärkt das Selbstbewusstsein. Der Sport bildet eine umfassende Lebenshilfe in jeder Beziehung.

Durch ihre Kommunikationsbehinderung können sich Gehörlose mit anderen Behinderten genauso wenig verständigen wie mit Nicht- Behinderten. Das ist der Hauptgrund dafür, dass Gehörlose ihren Sportbetrieb eigenständig organisieren und nicht dem Deutschen Behinderten-Sportverband angehören.

Deshalb ist der Verband dem Deutschen Gehörlosen-Sportverband (DGS) mit 15 weiteren Landesverbänden, 140 Vereinen und knapp 10.000 Einzelmitgliedern angeschlossen.
Innerhalb des DGS werden in 22 verschiedenen Sportarten nationale Meisterschaften durchgeführt, die ausnahmslos durch die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter in den Sparten selbst organisiert werden.

Teilnahmeberechtigt im Gehörlosensport ist nur, wer einen Hörverlust von mindestens 55 Dezibel auf beiden Ohren nachweisen kann.

Download: Programm zum Turnier (PDF)

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)