1. Treffen mit dem Verein Frankfurter Sportpresse(vfs) beim TC Niederursel

Unter dem Motto „Mehr Tennis in den Medien – Blick zurück, Blick nach vorn“ organisiert der Tennisbezirk Frankfurt (TBF) seit 2016 jedes Jahr eine Informationsveranstaltung in Frankfurter Tennisvereinen.

Der vfs wurde 1927 gegründet. Wo? Natürlich im Herzen der Stadt, ganz in der Nähe der „Fressgass“, im Restaurant „Malepartus“. Sportjournalisten mögen gutes Essen. Hier wurde auch die „Frankfurter Schule“ ins Leben gerufen, welche sich zur Aufgabe gestellt hat, die Berichtserstattung „witzig, elegant und mit Esprit“ zu gestalten. 1931 fand das erste Sportpressefest in Frankfurt statt. Mit Hitlers Machtübernahme wurde es etwas stiller um den vfs. 1947 kam das Erwachen. Fünf unterschiedliche Tageszeitungen (FAZ, FNP, Rundschau, Abendpost und Offenbachpost) berichteten umfangreich über den gesamten Sport im Rhein-Main-Gebiet, ohne den Fokus auf  Fußball berichtet. Wir Tennisfreunde wünschen uns diese Zeit zurück. Aus dem Sportpressefest entstand 1981 der Frankfurter Sportpresseball und 1999 der „Deutsche Sportpresseball“ in der Alten Oper. Ein solches Fest kann ein Verein nicht alleine stemmen. Die Zusammenarbeit mit einer kompetenten Veranstaltungsagentur machten den Ball zu dem sportgesellschaftlichen Event in Europa. Als Vorsitzender des Vereins agiert Walter Mirwald (Bild Walter Mirwald auf dem Sportpresseball) die Geschicke des Vereins. Die Entwicklung der Sportpresse des vfs zeigt, welch erfolgreicher Partner dem TBF zur Seite steht. Das jährliche Treffen mit dem vfs stärkt die Zusammenarbeit mit der Politik, der kommunalen Verwaltung und der Vereine untereinander.

 Die jährlichen Informationsveranstaltungen sind zu einem beliebten Treffpunkt der Tennisfamilie und Plattform für die „Tennisoffensive Frankfurt“ geworden. Hier findet der Austausch unter den Vereinen sowie mit Vertretern aus Politik und Presse über die Bau- und Erweiterungsprojekte von Hallen- und Außenplätzen statt.

Ab dem 3. Treffen wurden besondere Projekt im Rahmen der „Tennisoffensive Frankfurt“ vorgestellt:

  • Treffen bei der Eintracht: neues TBF-Leistungszentrum
  • Treffen beim Höchster THC: Umgestaltung der gesamten Anlage und neue 4-Platzhalle
  • Treffen beim TC Bergen Enkheim: Vorstellung der 3-Platz-Halle, das Energiewunder
  • Treffen am 13.09. beim TC Niederursel: Vorstellung der neuen 3-Platzhalle in Leichtbauweise. Das Dach bleibt über den Sommer stehen, es werden nur die Wände hochgezogen, d.h. bei Regen kann gespielt werden.

Historie des Hallenprojektes beim TC Niederursel e.V.

Hier eine Detail-Dokumentation des gesamten Projekts:

Die Tennisabteilung der TSG Nordwest 98 betrieb seit den späten 1980er Jahren eine 2-Feld-Traglufthalle. Der kraftraubende Auf- und Abbau der Halle im Frühjahr und Herbst, die hohen Betriebskosten, die schlechte Ökobilanz des Tragluftkonzepts und die aufwändigen Erneuerungen an der Halle waren der Anlass, sich mit anderen Hallenkonzepten zu beschäftigen.

2015 wurden daher erste Überlegungen zu einer größeren, festen Halle über drei bestehende „Canada-Tenn“ Sandplätze gestartet. Hallen mit unterschiedlichen Baukonzepten in Europa wurden besucht, Hersteller angesprochen, Konzepte verglichen und erste Preisindikationen eingeholt. Verschiedene Ausstattungen mit Licht und Heizung wurden ebenfalls verglichen. Am Ende dieser Sichtungsphase war klar, dass eine Tennishalle in Leichtbauweise die präferierte Lösung werden sollte.

Die Leichtbauweise hat den Vorteil gegenüber festen Hallen, dass sie als „Zelt“ auch im Sommer mit geöffneten Seitenwänden gut genutzt werden kann. So kann beispielsweise der professionelle Trainingsbetrieb mit 100% Sicherheit stattfinden, da auch bei Regen, bei Dunkelheit oder zu großer Hitze gespielt werden kann. Das ist eine Sicherheit, die wenige Tennisvereine anbieten können. Diese Vorteile des Hallentyps stehen im Sommer natürlich allen Mitgliedern zur Verfügung und wurden auch gut genutzt. Der erste Sommer mit der Halle (2021) war recht feucht und hat die Vorteile sehr deutlich aufgezeigt. (Bild Halle)

Schließlich wurde im Februar 2017 ein Bauantrag vorbereitet und eingereicht, der dieses Leichtbaukonzept beinhaltete, zu diesem Zeitpunkt noch durch die TSG. Nach einigen Verhandlungen mit dem Umweltamt wurde im November 2017 die Baugenehmigung erteilt.

Als Finanzierungskonzept wurde zunächst ein Genossenschaftsmodell favorisiert, bei dem sich Mitglieder und Nichtmitglieder durch Darlehen beteiligen könnten. Als dann die „Tennisoffensive Frankfurt“ des Tennisbezirk Frankfurt mit der Stadt Frankfurt bekannt wurde, beschlossen die Initiatoren die Fördermittel der Stadt Frankfurt für das Vorhaben zu beantragen. Leider war die TSG Nordwest zu diesem Zeitpunkt bereits in ein anderes Bauprojekt involviert und sah als Gesamtverein in diesem zweiten Projekt zu viele Risiken, so dass sie der Tennisabteilung mitteilte, das Hallenbauprojekt nicht zu unterstützen. Gleichzeitig aber machte sie den Weg zu einer Ausgründung der Tennisabteilung in einen eigenen Verein frei. 2018 wurde dann der TC Niederursel e.V. (TCN) gegründet. Er übernahm die schöne Anlage im Nordwesten Frankfurts und beantragte gleichzeitig die Fördermittel für das Hallenprojekt.

Mit der Gründung des neuen Vereins startete Tennis nochmals so richtig durch. Von etwa 250 Mitgliedern zum Zeitpunkt der Ausgliederung von der TSG stieg die Mitgliederzahl auf etwa 450 im Jahr 2021. Das Hallenprojekt hat hierzu sicherlich eine Menge beigetragen.

Die Stadt Frankfurt sagte Fördermittel in Höhe von bis zu 50% der anvisierten Baukosten zu – dies entsprach einem Betrag von 362.500 Euro. Zudem förderte das Land Hessen das Bauprojekt mit 50.000 €. 2019 wurde die notwendige Ausschreibung durchgeführt und ein Hersteller gewählt. Die Planungen liefen dann fast ein weiteres Jahr, ehe am Ende der Wintersaison im Mai 2020 der Spatenstich stattfand. Ein enges Zeitfenster von 5 Monaten im Sommer 2020 stand für den Bau zur Verfügung. Eine hervorragende Projektaufsicht durch den begleitenden Architekten und eine gute Terminabsprache mit Rohbau, Hallenbau, Einbau der Technik sowie der notwendigen Sanierung der Plätze nach Abschluss der Arbeiten führte dazu, dass die Halle zwei Wochen vor Beginn der Wintersaison „spielbereit“ war.

Die erste Leichtbau-Tennishalle dieser Art in Deutschland war damit bereit für die erste Saison.

Insgesamt hat das Hallenprojekt dem Verein ca. 860.000 Euro gekostet. Neben den Zuschüssen der Stadt und des Landes Hessen mussten daher noch rund 440.000 € eigenfinanziert werden. Die Eigenmittel konnten glücklicherweise ausschließlich über moderat verzinste Mitgliederdarlehen gewonnen werden.

Die Auslastung der Halle im ersten Winter war außerordentlich gut, was aber teilweise durch „Corona Regelungen“ erreicht wurde. Die Tatsache, dass fast ausschließlich Tennis als „Indoor-Sport“ erlaubt blieb, hat die Buchungszahlen positiv beeinflusst. Freie Einzelstunden wurden dem TCN über ein Buchungssystem „aus den Händen gerissen“. Die Freigabe, dass nur Einzel gespielt werden durfte, tat dann noch ihr übriges.

Die Ökobilanz der neuen Halle ist deutlich günstiger. Der Verbrauch liegt bei rund 40-60 % weniger Energie als die Traglufthalle zuvor. Stromsparende LED-Leuchten bieten über mit über 700 Lux eine Beleuchtung in Turnierqualität.

Die Attraktivität der Halle konnte auch durch Rückmeldungen anderer Vereine und vieler Gäste bestätigt werden. Die Canada Tenn Sandplätze in der Halle sind gelenkschonend und von ihren Spieleigenschaften ganz ähnlich wie ein herkömmlicher Sandplatz, daher müssen sich Spieler nicht umstellen. Auch für den kommenden Winter ist die Halle bereits jetzt sehr gut von Dauerbuchern mit festen Stunden in der gesamten Wintersaison belegt. Mit einem lachendem und einem weinenden Auge sieht der TCN, dass kaum freie Stunden übrig sind. Der Bedarf nach mehr Plätzen im Winter scheint immer noch zu wachsen und der TCN denkt schon intensiv über weitere Entwicklungsschritte nach. Weiter so, kann es nur lauten.

Der TBF startet Tennisoffensive 2.0 mit neuem Sportdezernenten Mike Josef

Der TBF-Vorstand sowie über 30 Vertreter (Gruppenbild) aus Presse, Politik (Sportpolitische Sprecher der Fraktionen), kommunaler Verwaltung und Roland Frischkorn (Sportkreis Frankfurt) nahmen an der 6. Veranstaltung teil. Walter Mirwald übernahm die Moderation und begrüßte den neuen Dezernenten für Sport, Herrn StR. Mike Josef recht herzlich. Udo Sauerbrey (Vorsitzender TC Niederursel) gab kurz, aber auch sehr stolz, einen Überblick über die Geschichte des TC Niederursel und den Bau der neuen Tennishalle. Der Fokus der Veranstaltung lag auf der Bilanz der „Tennisoffensive Frankfurt 1.0“ und dem Start der „Tennisoffensive Frankfurt 2.0“. Die „Tennisoffensive 1.0“ hatte den Arbeitstitel „Aufarbeitung des Investitionsstaus, um der wachsenden Mitgliederzahl bei den Frankfurter Vereinen gerecht zu werde“. Hier können wir auf eine stolze Bilanz zurück blicken. Mike Josef bestätigte, dass die noch offenen Projekte durch den Haushalt abgedeckt sind.

Die „Tennisoffensive Frankfurt 2.0“ hat den Fokus „Zusammenarbeit der Vereine mit der Politik und der kommunalen Verwaltung intensivieren“, so wie es der neue Koalitionsvertrag der Römerfraktion vorsieht.

Mike Josef gab hierzu den Startschuss und begrüßte die Idee der engeren Zusammenarbeit und der Einbindung der Vereine in die Stadtplanung. Ziel sei es, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Der Stadtrat war beeindruckt von der positiven Entwicklung der Tennisvereine, dem hohen Anteil Jugendlicher, der Nachwuchsarbeit und dem starken Mitgliederzuwachs, trotz der schwieriger Zeiten der Corona-Pandemie. Die Bau- und Erweiterungsmaßnahmen der Vereine hätten dazu beigetragen, denn mit mehr Kapazitäten steige auch die Nachfrage. „Auf diese gute Infrastruktur können wir aufbauen“, betonte Mike Josef.

Stadtentwicklung sei ein Abwägen von Interessen, betonte der Sportdezernent, der auch für Planen und Wohnen zuständig ist. Er setzt auf Lösungen durch Gespräche mit allen Beteiligten. „Das beste ist, gemeinsame Wege zu gehen“, so Josef, „denn der Kampf um Flächen wird härter“.

Die dann folgende Fragerunde gab einen Überblick über die Arbeiten und Probleme der Stadtplanung. Der Grund und Boden ist begrenzt und es gibt die Konkurrenz von Wohnungen, Gewerbe, Industrie, Schule, Kultur, Freizeit und Sport.

Hier sind Kreativität und Kooperationen, beispielsweise mit den Schulen und anderen Vereinen denkbar. Die Entwicklung von Sportstätten müsse in die Planung von Infrastruktur und Stadtentwicklung einbezogen werden. Josef mahnte aber auch gleichzeitig an, dass ein schrittweises Vorgehen sinnvoll ist und nicht gleich alle Wünsche und Forderungen umgesetzt werden könnten. Unser Leben werde von Kompromissen geprägt, „wenn alle sich bewegen, können auch gute Lösungen gefunden werden“. Er stellte nochmals den Mut und das Engagement der Tennisvereine heraus,  Hieran könne man gemeinsam anknüpfen.

Zum Ende wurde es dann konkret: sein Amt wird eine Liste erstellen und einen Vorschlag der Zusammenarbeit mit den Vereinen und dem TBF-Vorstand erarbeiten.

Für das anschließende Buffet und den Service bedanken wir uns bei Franzesco und seinem Serviceteam.

Wir freuen uns schon heute auf die Bilanz anlässlich des 7. Treffens. Hier werden wir zu Gast bei SAFO Frankfurt sein.