Die Junioren des FTC Palmengarten holen am letzten Spieltag den Titel in der Hessenliga.

Frankfurt. So viele Zuschauer haben die Tennis-Junioren bei ihren Spielen auf Landesebene sonst nicht. Aber der Showdown in der Hessenliga hatte es eben in sich. Mit dem FTC Palmengarten und RW Sprendlingen trafen am letzten Spieltag zwei der drei bis dahin punktgleichen Teams aufeinander.

Da der Dritte im Bunde, die Frankfurter Eintracht, nach gewonnen Matches im Nachteil war, sollte normalerweise der Gewinner dieser Begegnung zwangsläufig Meister werden. Doch das Verhalten des TC Diedenbergen brachte in den Titelkampf noch eine zusätzliche Würze: Der Absteiger trat am Riederwald nämlich nur mit der halben Mannschaft an, die teilweise auch noch aus Ersatzleuten bestand. Die drei erspielten Siege reichten den Gastgebern beim geschenkten Rest zu einem 9:0-Sieg.

Durch diesen Kantersieg hatten die Adlerträger plötzlich wieder die Chance, den Titel doch noch zu holen. Ob es am Ende auch reichen würde, wollten sich die Spieler der Eintracht höchstpersönlich anschauen. Nur eineinhalb Stunden nach dem Spielbeginn traf die Mannschaft des Titelverteidigers daher auf der Anlage am Berkersheimer Weg ein.

Für die in den Meisterschaftskampf involvierten Teams wurde es ein unglaubliches Finale. Die nun entstandene Ausgangslage war klar: Zur Meisterschaft benötigte der Gewinner des Spitzenduells mindestens einen 6:3-Sieg. Sollte es 5:4 ausgehen, egal für wen, wäre die Eintracht erneut Meister.

Es sollte ein Fight um jeden Ball werden. Nach den Einzeln lagen die Gastgeber mit 4:2 in Führung. Lennart Ostheimer und der clever agierende Stefan Popovic brachten Palmengarten in Führung, die Lucas Krämer verkürzen konnte. Dass der auch in der Herren-Hessenliga spielende Sprendlinger gewinnen würde, war zu erwarten. Aber der zuvor in sechs Einzel-Begegnungen ungeschlagene Laurens Harnoth Manrubia war in der intensiven Partie mit langen Ballwechseln gleichwertig. Am Ende setzte sich der Favorit mit 7:6 und 6:3 durch.

Ebenso einkalkuliert aus Sicht der Gastgeber war die Niederlage des an der Schulter lädierten Luis Hochenauer, der zumindest im zweiten Satz dem Junioren-Hessenmeister Matteo Feggi tapfer Widerstand leistete. Der in der gesamten Runde ungeschlagen gebliebene Tim Riedel sowie der Slowene Filip Planinsek mit einem 7:6 und 6:4 im hochklassigen Spitzenspiel gegen den erstmals in der Hessenliga bezwungenen Tschechen Vitek Horak besorgten dann die 4:2-Führung der Frankfurter.

„Wir haben schnell gerechnet“, erklärte FTC-Trainer Klaus Schäck. „Zur Meisterschaft brauchten wir zwei Siege, die im Falle einer Zweisatz-Niederlage des anderen Paares ohne Satzverlust sein müsste, oder, wenn unser unterlegenes Paar den Match-Tiebreak erreichen sollte, einen Zweisatzsieg. Nur so konnten wir die nach Punkten und Matches gleichauf platzierte Eintracht nach Sätzen hinter uns lassen.“

Die Spannung stieg, nachdem das als Favorit gehandelte erste Doppel im Match-Tiebreak den Kürzeren zog. Die Chancen wieder eröffnet haben die 16 Jahre jungen Luke Connor Heron und Lennart Ostheimer, die gegen die beiden „Routiniers“ aus der Herren-Hessenliga als krasser Außenseiter auf den Platz ging. Doch Feggi/Krämer, die sich durch den Gewinn des ersten Satzes in ihrer Favoritenrolle bestätigt fühlten, begannen angesichts des Widerstandes des um Sicherheit in den Schlägen bemühten Palmengarten-Duos nervös zu werden, machten plötzlich Fehler. Dennoch schien bei einem 5:8-Rückstand im Match-Tiebreak für Palmengarten alles verloren zu sein. Doch Luke und Lennart kämpften: Punkt um Punkt, bis zum 10:8-Triumph. Und dann eilten die Sieger zum Nebenplatz, um dort zu erleben, wie Stefan Popovic und Tim Riedel mit dem benötigten Zwei-Satz-Sieg gegen Horak und Aleksandar Petkovic den Titelgewinn perfekt machten.

Quellenangabe: Frankfurter Neue Presse vom 04.09.2019, Seite 26

Der TBF gratuliert recht herzlich.