Frankfurter Neue Presse, 30.07.2019, Michael Löffler

Eintracht spielt meisterlich auf

Tennis-Hessenliga Eintracht-Herren holen den Titel und wollen jetzt auch den Regionalliga-Aufstieg klarmachen

Frankfurt. Es war eine souveräne Vorstellung: Die Tennisspieler von Eintracht Frankfurt entschieden alle acht Begegnungen in der Hessenliga für sich. „Es ist ein tolles Team, eine echte Einheit. Am Riederwald sind gute Leute am Ruder. Dort wird im Leistungs- wie Breitenbereich gute Arbeit abgeliefert. Die Mannschaft wurde sinnvoll verstärkt“, lobte Lars Pörschke, Sportwart des Hessischen Tennis-Verbandes, der die Adlerträger nach dem 6:3-Sieg im letzten Match gegen den TC Bad Vilbel als Meister auszeichnete.

„Jetzt wollen wir auch aufsteigen“, betont Abteilungsleiter Michael Otto. Dazu muss die Eintracht am kommenden Samstag (13 Uhr) beim Rheinland-Pfalz-Meisters BASF Ludwigshafen II gewinnen. „Wir treten mit einer rein deutschen Mannschaft an. Dennoch sehe ich uns in der Favoritenrolle. Beim Gegner haben sich die drei stärksten Deutschen in der Zweiten Liga festgespielt und können also gegen uns nicht eingesetzt werden“, ist Otto optimistisch, dass dem Titelgewinn nun noch die Krone aufgesetzt wird.

Große Ausgeglichenheit

Eintracht-Trainer Eike Matthies nannte als Hauptgründe für den Erfolg die Ausgeglichenheit sowie die gute Stimmung innerhalb des Teams. „Sieben Spieler beendeten die Runde mit einer positiven Einzelbilanz. Obwohl wir mit einem breiten Kader angetreten sind, herrschte kein Konkurrenzkampf. Jeder Spieler, dem ich erklärte, dass er aus taktischen Gründen pausieren musste, verstand, dass diesmal vielleicht ein anderer Spielertyp gefragt war“, erklärte Matthies.

Die beste Einzelbilanz wiesen Spitzenspieler Sebastian Fanselow (7:1 Siege, er verlor lediglich gegen den ungeschlagenen Franzosen Remi Boutillier/BW Wiesbaden), der Tscheche Jonas Forejtek (4:1), Lucas Gerch (6:0, beste Nummer drei der Liga), Jan-Sören Hain (6:1) sowie Lukas Storck (5:2).

Die Meisterschaft perfekt machte die Eintracht am Samstag bereits am vorletzten Spieltag mit dem 5:4-Sieg in Kronberg. Fanselow, Forejtek, Gerch und Storck gewannen ihre Einzel. Spannend war das Duell der Dreier: Gerch revanchierte sich in einer hochwertigen Partie beim für Kronberg spielenden Frankfurter Patrick Zahraj mit einem 6:1, 4:6, 6:2-Erfolg für die bei der Hessenmeisterschaft im Viertelfinale erlittene Niederlage. Zahraj war der bessere Spieler am Netz, doch am Ende entschied Gerchs größere Sicherheit an der Grundlinie. Hain musste bei seinem letzten Saisoneinsatz die einzige Niederlage hinnehmen. Alberto-Mariano Hasenkopf spielte in den entscheidenden Situationen abgeklärter und produzierte weniger Fehler.

Die Geschichte des Doppels ist schnell erzählt. Das zweite Kronberger Paar gab beim 1:2 im ersten Satz verletzungsbedingt auf, die beiden anderen Doppel spielten dann nicht mehr weiter, da die Entscheidung gefallen war.

Ausgiebige Feier

Der Jubel des Teams und der zahlreich mit nach Kronberg gekommenen Fans kannte keine Grenzen. Die Spieler feierten anschließend mit dem Einverständnis der Mannschaftsführung in einer Discothek weiter. Irgendwann am Morgen „strandeten“ die meisten Spieler am Riederwald. In der neu renovierten Halle wurden schnell noch ein paar Schlafplätze eingerichtet.

Am Sonntag ging es dann nach einem Frühstück direkt gegen den TC Bad Vilbel weiter. Auch, wenn die Augen einiger Spieler nach der sehr kurzen Nachtruhe noch „klein“ waren, reichte es auch im letzten Spiel zum Sieg.

Dominik Fritsche und Sebastian Mortier machten ihre Sache hervorragend. Lucas Gerch startete schlecht (1:4), beherrschte dann den jungen Tim Fischer aber klar. Tolles Tennis boten den vielen Zuschauern Fanselow und Daniel Dutra da Silva. Der Frankfurter kämpfte sich nach holprigem Start in die Partie zurück, verlor den Satz aber im Tiebreak. Im Durchgang zwei musste er – erneut im Tiebreak – vier Matchbälle abwehren, behielt aber dank seiner kämpferischen Vorstellung mit 9:7 die Oberhand. Im dritten Satz war „Fanse“ besser als der Brasilianer. Als er nach zweieinhalb Stunden den Matchball verwandelte, wich die anfängliche Müdigkeit als Folge der Feier einer physischen Müdigkeit nach getaner harter Arbeit.

So war er wie auch alle seine Mitstreiter froh, dass nach der 4:2-Führung angesichts der Bedeutungslosigkeit für die Tabelle die Doppel nicht mehr ausgetragen wurden.

Quellenangabe: Frankfurter Neue Presse vom 30.07.2019, Seite 26