Spannender Titelkampf bei den Tennis-Junioren

 

Frankfurt. Es ist die spannendste Tennis-Hessenliga der Junioren seit Jahren. Vor dem letzten Spieltag am Samstag (Beginn: 9 Uhr) können sich noch drei punktgleiche Mannschaften Hoffnung auf den Titel machen. Die beiden Bestplatzierten, Rot-Weiß Sprendlingen und der FTC Palmengarten, treffen in Frankfurt sogar direkt aufeinander. In der Anlage am Berkersheimer Weg gibt es somit ein echtes Finale. Sprendlingen ist leicht favorisiert. An Position eins spielt der Tscheche Andrew Paulson, sonst Spitzenspieler des in die Herren-Hessenliga aufgestiegenen TK Langen, dahinter sein ungeschlagener Landsmann Vitek Horak. An den Positionen drei und vier spielen mit Matteo Feggi und Lucas Krämer, die in Darmstadt beziehungsweise Sprendlingen die gleiche Position in der Herren-Hessenliga einnehmen. Der Sieger muss aber nicht Meister werden. Bei einem 5:4 oder 4:5 könnte Eintracht Frankfurt mit einem 9:0-Triumph gegen den TC Diedenbergen noch den Platz an der Sonne erringen.löf 

Quellenangabe: Frankfurter Neue Presse vom 29.08.2019, Seite 26  von Michael Löffler

Mannschaftsspiele im Tennis sind die Seele des Vereinslebens. Sie binden die Aktiven, viele Mitglieder unterstützen leidenschaftlich ihre Teams. Allerdings ist bei den Medenspielen der Fairnessgedanke auf der Strecke geblieben. Meisterschaft oder Abstieg werden immer häufiger durch nicht ausgetragene Spiele entschieden. Eine Unsitte sind die Absprachen der Doppel. In der Hessen- und Verbandsliga der Herren wurden sage und schreibe 28 von 92 Doppeln nicht wie vorgesehen durchgeführt. Das heißt im Klartext: In fast jedem vierten Match hat man entschieden, auf die Doppel zu verzichten und dafür ein abgesprochenes Resultat einzutragen. Dies geschieht in der Regel, wenn der Sieger bereits nach den Einzeln fest steht. Doch neuerdings erlebt man sogar Fälle, dass eine Absprache erfolgt, noch bevor der Sieger fest steht. Den Vogel schossen nun die Junioren des TC Diedenbergen ab, die am letzten Spieltag bei Eintracht Frankfurt mit einem Torso angetreten waren und sechs Punkte zum 0:9-Endstand einfach abschenkten, wodurch die Eintracht fast noch Meister geworden wäre.

Und was tun die Verbandsverantwortlichen? Sie schauen zu. Seit Jahren. Verbesserungsvorschläge, die diese unheilvolle Einwicklung stoppen könnte, wurden bisher stets ignoriert. Man könnte die Vereine zum Beispiel zur Kasse bitten. Sportlich würde es helfen, nur gespielte Matches zu werten. Und bei einem Fall wie dem des TC Diedenbergen würde ein einjähriger Ausschluss der betreffenden Mannschaft von den Punktspielen sicherlich als Erziehungsmaßnahme helfen.
Doch es steht zu befürchten, dass die Verbandsverantwortlichen sich verhalten wie ein Großteil der Politiker: Die Schuldigen ermahnen und wortreich die Muskeln spielen lassen. Aber im Endeffekt dann doch die „Vogel-Strauß-Politik“ anwenden: den Kopf in den Sand stecken.

Quellenangabe: Frankfurter Neue Presse vom 04.09.2019, Seite 26 von Michael Löffler