Gutklassiges Nachwuchs-Tennis mit internationalem Flair bot die „IC Rod Laver European Junior Challenge“ in Frankfurt und Bad Vilbel.

Frankfurter Neue Presse, 13.08.2019, Michael Löffler

Foto oben: Das deutsche Team: (von links) Laura Hartel, Clara Springarth,Elias Peter und Lennart Ostheimer. Foto: IC

Der Nachwuchs zeigt sein Können

Tennis Internationales Turnier der besonderen Art beim TC Palmengarten und dem TC Bad Vilbel

Frankfurt. Bei der 8. Durchführung der „IC Rod Laver European U 16 Junior Challenge“ setzten sich im Finale auf der Anlage des Frankfurter TC Palmengarten die Tennis-Talente aus Italien mit 4:2 gegen die aus Israel durch. Das siegreiche Team wird Europa im kommenden Jahr beim Finale mit den fünf Kontinental-Siegern sowie Gastgeber USA in San Diego vertreten. Das deutsche Team mit Lennart Ostheimer (FTC Palmengarten), Elias Peter (Ludwigshafen), Clara Springarth (Leimen) und Laura Hartel (Heidelberg) blieb sieglos. Es verlor das abschließende Match um Platz sieben gegen Österreich nach dem Match-Tiebreak im Mixed 3:4.

Prägendes Erlebnis

„Das war ein tolles Event, eine unvergessliche Woche. Es ging um keine Weltranglistenpunkte, man konnte etwas ausprobieren. Deshalb stand hier mehr das Miteinander im Fokus. Man hatte vor allem viel Gelegenheit, sich mit Spielern anderer Nationalitäten auszutauschen“, meinte die Österreicherin Johanna Halper. Alle acht Teams waren gemeinsam in einem Hotel untergebracht und konnten sich so auch privat austauschen, wie Laura Hartel bestätigt. „Es ist schon etwas Neues, nicht für sich selbst, sondern für sein Land zu spielen“, erklärte sie die Nervosität, die sie und ihre deutschen Mitstreiter auf dem Platz manchmal befiel. Das Niveau war beachtlich, vor allem Italien, Israel (Jungs) und Irland hatten sehr starke Spieler aufgeboten. „Das war schon sehenswertes Tennis. Viele Spieler haben Erfahrungen von der U16-EM. Am Anfang stand ich sehr unter Druck, dann wurde es vom Tag zu Tag besser“, schilderte Lokalmatador Lennart Ostheimer.

„Ein Traditionsclub wie der FTC Palmengarten braucht internationale Events. Wir haben hier schon mehrmals Fedcup-Matches der Damen gehabt“, erklärte Club-Manager Jürgen Hackauff. Das Turnier war schon die sechste Veranstaltung des 1924 gegründeten „International Lawn Tennis Club“, kurz IC genannt, beim TC Palmengarten. Hackauff ist übrigens selbst Mitglied im IC. Diese Ehre wird nur Tennisspielern zuteil, die ihr Land in einem offiziellen internationalen Wettbewerb repräsentiert haben. 40 Länder sind dem IC angeschlossen; Präsident ist der Australier Frank Sedgman, der von 1949 bis 1952 22 Grand-Slam-Titel im Einzel und Doppel gewann, seine Stellvertreter sind Michael Stich, Wimbledonsiegerin Marion Bartoli sowie Barry Weatherill, der Vorsitzende der deutschen Sektion ist Peter Kurucz.

„Der IC veranstaltet im Zwei-Jahre-Zyklus Turniere in allen Alterskategorien. Für mich ist es die schönste Art, Tennis zu spielen. Die Jugendturniere sind für die U16 ausgeschrieben, immer in einem Jahr die kontinentalen Turniere, im folgenden das Finale. Die letzten Austragungsorte der Endrunden, Wimbledon, Monte Carlo und Tokio, zeigen die Wertigkeit dieser Turniere“, erklärte Kit Spencer, Chef des IC der Bahamas, der als IC-Offizieller vor Ort war. Schirmherr ist übrigens der Australier Rod Laver, der einzige Spieler, der zweimal den Grand Slam gewann.

Für das diesjährige Turnier der AK 16 hatten sich gemeinsam der Frankfurter TC Palmengarten und der TC Bad Vilbel beworben. Die Teams, neben den bereits erwähnten noch Großbritannien, Irland, Spanien und Slowenien, spielten abwechseln auf beiden Anlagen. Für die DTB-Auswahl verantwortlich zeichneten U16-Bundestrainer Gerald Marzenell sowie Silke Meier, stellvertretende Chefin im IC Deutschland.

Die Betreuung des Teams lag in den Händen des Ehepaars Hackauff. Der langjährige Bundestrainer Jürgen Hackauff war für das Sportliche zuständig, seine Frau Beate fungierte als Betreuerin. „Leider haben einige gute Spieler abgesagt, weil sie bei Turnieren um Weltranglistenpunkte kämpften. Das hier war eher ein Förderprogramm. Meine Anweisung an die Spieler lautete ruhig etwas ausprobieren, nicht nur erfolgsorientiert für den Augenblick agieren“, erklärte Jürgen Hackauff. Beate Hackauff, die sich schwerpunktmäßig um die Mädchen kümmerte, sorgte für das Rahmenprogramm, das gut ankam. Es wurde stets gemeinsam gegessen, an einem Abend trugen die Teams einen kleinen Sangeswettstreit aus, ein Tennis-Quiz wurde organisiert, ebenso eine Stadtrundfahrt.

Quellenangabe: Frankfurter Neue Presse vom 13.08.2019, Seite 26