Tim Pütz und Michael Venus haben das ATP-Masters von Paris-Bercy gewonnen. Das deutsch-neuseeländische Duo schlug im Finale die beiden Franzosen Pierre-Hugues Herbert und Nicolas Mahut mit 6:3, 6:7 (4), 11:9. Es ist der zweite gemeinsame Titel von Pütz und Venus, die in diesem Jahr auch das Turnier in Hamburg gewonnen haben. Für Tim Pütz ist es zudem der sechste Karriere-Titel im Doppel, der vierte in dieser Saison und der größte Titel der bisherigen Karriere.

Das deutsch-neuseeländische Duo erwischte gegen die beiden Franzosen einen brillanten Start. Stark bei eigenem Aufschlag, stabil in den Ballwechseln und vom ersten Punkt an hellwach machten Tim Pütz und Michael Venus sofort Nägel mit Köpfen. Nach einem guten eigenen Aufschlagspiel nahmen sie Pierre-Hugues Herbert und Nicolas Mahut direkt und zu Null ein Break ab. Besonders Herbert hatte noch Probleme mit seinem Timing und bot damit einiges an Angriffsfläche. Das besserte sich im Verlauf des Durchgangs zwar etwas, doch der Schaden war schon angerichtet. Zu stabil agierte das Team Pütz/Venus und ließ sich das gewonnenen Break nicht mehr nehmen. Nach dreißig Minuten stand es 6:3 für die beiden. Nur drei Punkte hatten sie bei eigenem Service abgegeben.

Nervenkrimi zum Abschluss

Doch Paris liegt bekanntlich in Frankreich und entsprechend laut unterstützte das Publikum das rein französische Duo Herbert/Mahut. Sie wollten natürlich ihre Landsmänner siegen sehen. Die Unterstützung zeigte Wirkung bei den beiden Franzosen. Inzwischen deutlich stabiler unterwegs, kamen Herbert und Mahut nun gut durch ihre Aufschlagspiele und machten Druck auf Tim Pütz und Michael Venus. Das deutsch-neuseeländische Duo wiederum konnte die Leistung aus Satz eins nicht ganz halten und so entspannte ein richtig enger Schlagabtausch, der schlussendlich in den Tiebreak mündete. Dort setzten sich dann Nicolas Mahut und Pierre-Hugues Herbert, nachdem sie zuvor vier Satzbälle nicht nutzen konnten, mit 7:4 durch. Es war der erste Satz im gesamten Turnier, den Pütz und Venus abgegeben hatten.

Es sollte der einzige bleiben. Nachdem Tim Pütz und Michael Venus kurz mit 2:0-Punkten in Führung gingen, kamen Herbert und Mahut noch mal ran und übernahmen ihrerseits die Führung. Doch Pütz und Venus blieben dran. Mit einem Zauberlob holte Tim Pütz das 10:9 und machte anschließend mit eigenem Aufschlag den Masters-Titel perfekt.

Der Turniersieg ist die Krönung einer fantastischen Woche von Tim Pütz und Michael Venus. Auf dem Weg zum Titel schlugen die beiden u.a. die amtierenden US-Open-Sieger Rajeev Ram und Joe Salisbury sowie die US-Open-Finalisten Jamie Murray und Bruno Soares. Zudem lässt der Turniersieg Tim Pütz eine besondere Statistik halten: Bis jetzt hat er jedes ATP-Doppelfinale, in das er gekommen ist, auch gewonnen. Zudem ist er der erste Deutsche, der seit 1992 einen Masters-Titel im Doppel holt. Boris Becker und Michael Stich hatten 1992 in Monte Carlo gewonnen.

 

Quelle: www.mytennis.info/article/6187b9c06b7a1f4d30359764/masters-champion-puetz-holt-groessten-titel-der-karriere/