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Der Tennisclub Europaviertel will an der Sportanlage Rebstock viel Geld investieren und hofft auf die Unterstützung der Stadt Frankfurt bei der Errichtung von zwei neuen Plätzen.

Vor wenigen Jahren lag die Tennisabteilung von DJK Schwarz-Weiß Griesheim am Boden. 38 Mitglieder zählte der Verein nur noch im Jahr 2016, zeitweise musste die Fußballabteilung das Tennis subventionieren. Seit dem 1. Januar hat sich die Tennisabteilung von der DJK gelöst und firmiert nun unter dem Namen Tennisclub Europaviertel. Im vergangenen Jahr spielten 440 Mitglieder, davon über 200 Kinder, aktiv Tennis an der Sportanlage Rebstock, wo der Frankfurter Verein große Investitionen plant. Die Abteilung ist der DJK schlichtweg zu groß geworden.

„Unser Wachstum hat verschiedene Gründe“, sagt Rainer Haushofer, Vorsitzender des TC Europaviertel. Im Jahr 2017 hat er eine Kooperation mit der Taunus-Tennis-Akademie initiiert. Deren Inhaber Mark Philipp ist nun Zweiter Vorsitzender im neuen Verein. „Wir haben im Europaviertel mit Flyern ganz viel Werbung gemacht, haben vor zwei Supermärkten Netze aufgebaut und im Skyline Plaza mit Kindern Tennis gespielt“, erzählt Haushofer. Innerhalb von eineinhalb Jahren sei der Verein von 38 auf 240 Mitglieder im Jahr 2018 angewachsen. Durch die Mund-zu-Mund-Propaganda sei die Abteilung so groß geworden, dass eine Abspaltung von der DJK der einzig logische Schritt war. Denn die Tennisleute haben viel vor.

Belag für ganzjähriges Spiel

„Wir wollen die bestehenden vier erneuern und den Zaun samt Eingangstüren komplett neu machen“, sagt Haushofer. Die Plätze sind in die Jahre gekommen, und die Bewässerungsanlage unter dem Boden ist veraltet, so dass die vorhandenen Plätze per Hand bewässert werden müssen. Die vier neuen Plätze sollen deshalb einen bestimmten Belag erhalten, der ohne Bewässerung auskommt und ganzjährig bespielbar ist. Der sei zwar etwas teurer, so Haushofer. Andernfalls müsste jedoch das gesamte Bewässerungssystem ausgetauscht werden mit Kosten in unkalkulierbarer Höhe. Für die jetzigen Pläne seien Investitionen von bis zu 200 000 Euro notwendig.

Von der Stadt hofft der Verein zwei neue Plätze direkt neben den vier bestehenden errichtet zu bekommen, um dem großen Andrang gerecht zu werden. „Pro Platz rechnet man mit 50 Leuten“, erklärt Haushofer. Bei der Stadt Frankfurt liegt das Thema auf dem Tisch. „Wir planen es, aber es gibt noch kein Zeitfenster“, sagt Angelika Strötz, Leiterin des Sportamts. Dabei werde man sich auch mit der Option einer Traglufthalle für die kalte Jahreszeit auseinandersetzen. „Es gab Vorgespräche und Ortstermine. Wir müssen schauen, wie wir das budgetiert bekommen“, sagt Strötz. Die zwei neuen Plätze sollten dann möglichst den gleichen Belag haben wie die vier anderen.

Der TC Europaviertel wirbt mit einem Investitionsmodell bei Mitgliedern und Unterstützer:innen, um das Projekt zu finanzieren. Anleger:innen haben die Wahl zwischen vier Darlehenspaketen sowie einer Verzinsung von zwei beziehungsweise 2,3 Prozent.

Außerdem will man Fördertöpfe von Land und Stadt anzapfen. „Wir müssen davon ausgehen, dass es hier weiter wächst“, sagt Haushofer. Sowohl am Rebstockgelände als auch am Römerhof und Europaviertel werde weiter gebaut.

Das Vereinsheim soll ebenfalls vergrößert werden, um Umkleidekabinen und weitere Räumen zu haben. In den kalten Jahreszeiten haben die Vereinsmitglieder überall verteilt in Rödelheim, Höchst und Sulzbach gespielt, wo der Verein Hallenzeiten angemietet hat. Haushofer und der TC Europaviertel hoffen, in naher Zukunft auf nagelneuen Plätzen mitsamt einer Traglufthalle völlig unabhängig zu sein.

Originalbeitrag: https://www.fr.de/frankfurt/tennisclub-europaviertel-grosser-elan-fuer-den-filzball-91438981.html