Auf Kunstrasen statt auf Asche kicken

BOCKENHEIM Tennenplatz auf der Sportanlage Rebstock ist bald Geschichte

Die Tage des Tennenspielfeldes auf der Sportanlage Rebstock Am Römerhof sind gezählt: Die bei Fußballspielern gefürchtete und oft staubtrockene Fläche soll noch in diesem Jahr in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Foto: Rainer Rüffer
 

Die Tage des Tennenspielfeldes auf der Sportanlage Rebstock Am Römerhof sind gezählt: Die bei Fußballspielern gefürchtete und oft staubtrockene Fläche soll noch in diesem Jahr in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Die Maßnahme ist diverse Teil eines eigens zu diesem Zweck aufgelegten Programms der Stadt. „Wir wandeln vier bis sechs Plätze pro Jahr um“, sagt Markus Kremin, Abteilungsleiter Betrieb Sport im städtischen Sportamt.

Das Programm ist auf fünf Jahre angelegt, neun Plätze stehen noch aus. Dann gibt es auf jeder der insgesamt 56 Sportanlagen im Stadtgebiet einen Kunstrasenplatz. Die Vorteile solcher Spielfelder sind laut Kremin enorm. Sie sind pflegeleichter als Rasenflächen und um ein Vielfaches strapazierfähiger. „Kunstrasenplätze können zwei bis dreimal mehr benutzt werden als Rasenflächen“, sagt er. Kunstrasenplätze müssen zwar auch gewässert werden, allerdings nicht so häufig wie Rasenplätze.

Beregnungs-Anlage
modernisieren

Wann genau die Bauarbeiten beginnen, steht noch nicht fest. Derzeit wird die Bau- und Finanzierungsvorlage vorbereitet. Die Stadtverordneten müssen darüber dann abstimmen. Sobald grünes Licht gegeben wird, startet die Ausschreibung. Wahrscheinlich dauert es aber nicht lange, bis sich die Stadtverordneten erneut mit der Sportanlage zu beschäftigen haben.

Nach Angaben von Kremin ist darüber zu diskutieren, wo auf der Anlage Bedarf für Weiterentwicklungen ist. Wirtschaftliche und ökonomische Aspekte spielen dabei eine Rolle. So sei zu beispielsweise zu überlegen, ob die halbautomatische durch eine vollautomatische Beregnungsanlage ersetzt werden soll. Dadurch lässt sich der Wasserverbrauch optimieren, sagt der Abteilungsleiter Betrieb Sport. Außerdem soll die Tennisabteilung der DJK Schwarz-Weiß Griesheim zwei neue Plätze bekommen. Das ist auch dringend nötig, berichtet Rainer Haushofer; Leiter Tennis bei der DJK. Die Abteilung habe in den vergangenen zwei Jahren enormen Zulauf erfahren. Die Zahl der Mitglieder ist von 35 auf mehr als 300 Mitglieder gestiegen. Zurückzuführen sei dies einerseits auf den Zuzug im Europaviertel und in der Rebstock-Siedlung, andererseits habe die DJK auch kräftig Werbung gemacht, beispielsweise im SkylinePlaza Flyer verteilt.

Die erfreuliche Entwicklung stellt die Tennis-Abteilung aber auch vor Probleme. „Das ist Fluch und Segen zugleich“, bringt es Haushofer auf den Punkt. Mit der gestiegenen Anzahl der Mitglieder steige deren Interesse, mehr Mannschaften für den Spielbetrieb anzumelden – vier Plätze reichten nicht mehr. Deshalb bemühe man sich um Belegungszeiten bei benachbarten Tennis-Clubs. Haushofer will so verhindern, dass der Tennis-Sparte die Mitglieder wieder davonlaufen.

Unzufrieden sind er und DJK-Chef Herbert Wille aktuell über die unbefriedigende Parkplatzsituation. Mit Inbetriebnahme des Provisoriums für das Gymnasium Römerhof wurden entlang der Straße „Am Römerhof“ Absperrgitter montiert. Vorausgegangen war ein Antrag des zuständigen Ortsbeirats 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald), den Schulweg zu sichern. Die Längsparkplätze auf dem Seitenstreifen – zwischen dem Fuß-/Radweg und der Fahrbahn – können länger nun schon nicht mehr genutzt werden. Zwar hat die Stadt einen provisorischen Parkplatz auf dem ehemaligen Gelände des Polizeisportvereins anlegen lassen. Der Weg zur Tennisanlage sei aber viel zu weit, sagt Haushofer. Mehr als 500 Meter seien zu bewältigen. Müttern mit zwei Kindern sei das nicht zuzumuten, sagt er und fordert eine Lösung.

Auch die Fußballer der DJK sind mit den provisorischen Stellflächen nicht glücklich. An der Zufahrt gebe es keine Schranke. Regelmäßig parkten deshalb darauf auch Autos, die dort nichts zu suchen hätten. „Wir vermieten unser Vereinsheim öfter mal für Veranstaltungen“, sagt Norbert Wille. Er ist der Bruder von Herbert Wille und kümmert sich ums Vereinsheim. Interessenten sagten aber oft ab, weil es keine Parkplätze auf dem Gelände gebe, berichtet er. Kremin kennt das Problem. Er betont aber, dass das Thema auf der Agenda stehe. Ein schlüssiges Parkplatzkonzept soll erarbeitet werden.

Norbert Wille gibt ihm gleich noch ein Anliegen mit an die Hand. Das Vereinsheim, das in den 1980er Jahren gebaut wurde, sei in die Jahre gekommen. Eine Modernisierung sei überfällig. Aus Eigenmitteln könne die DJK dies aber nicht finanzieren. „Wir können aber vieles in Eigenleistung machen.“Matthias Bittner

Quellenangabe: Frankfurter Neue Presse vom 26.02.2020, Seite 15