Den jüngsten Sorgen um den Klassenverbleib in der Bundesliga begegneten die Damen des TC Bad Vilbel mit einem Heimsieg gegen Stuttgart. Völlig vertrieben ist das Abstiegsgespenst aber noch nicht.

Die Damen des TC Bad Vilbel können durchatmen. Mit dem 6:3-Erfolg am Samstag über den TEC Waldau Stuttgart ist die Mannschaft dem Klassenerhalt in der Tennis-Bundesliga ein Stück näher gekommen. Da das Team Ladival aber nur noch eine Partie zu absolvieren hat und diese beim Spitzenreiter in Essen alles andere als einfach wird, müssen Jule Niemeier und Co. weiterhin bangen.

Am Wochenende hatte Sportdirektor Marcello Craca zumindest personell etwas mehr Auswahl als zuletzt. Acht TCBV-Spielerinnen standen zur Verfügung. Jessica Pieri war vor Ort, wurde aber nicht eingesetzt. Erstmals auf dem Court in dieser Saison stand mit der Slowenin Kaja Juvan die Nummer fünf der Vilbeler Setzliste. Sie zwang im Spitzeneinzel der Stuttgarterin Anna Zaja ihr Spiel auf und gewann glatt. Neben den beiden Top-Akteurinnen hatten auch alle anderen Damen aufgrund des Windes, der trotz sommerlicher Temperaturen über die Anlage blies, so ihre Probleme mit dem Ballwurf beim Aufschlag.

Sehr zufrieden war Craca mit der Italienerin Jasmine Paolini, die ihr Match souverän gestaltete. Landsfrau Bianca Turati hatte dagegen das Nachsehen und ließ einen Stuttgarter Gegenzähler zu. »Ihre Kontrahentin war aktiver als sie, und die aktivere Spielerin gewinnt auch meistens das Match«, bilanzierte Craca.

Dann war da die Geschichte der Niederländerinnen. Richel Hogenkamp kam auf Position vier mit einem starken zweiten Durchgang zum Satzausgleich, verlor aber den Champions-Tiebreak. Besser machte es Fed-Cup-Kollegin Lesley Kerkhove, der womöglich die Anwesenheit von Paul Haarhuis moralischen Auftrieb verlieh. Der Coach der holländischen Tennis-Damen spielt seit mehreren Jahren für die Vilbeler Herren 50 in der Regionalliga und absolvierte sein Einzel am Samstag auf dem Nebenplatz der 29-Jährigen. Da Haarhuis – Publikumsliebling in der Quellenstadt – in seinem Einzel keine Mühe hatte, interagierte er hin und wieder mit den Zuschauern und hatte immer auch ein Auge auf Kerkhove. Diese nutzte im zweiten Satz eine Aufschlagschwäche von Laura Schäder (zwei Doppelfehler hintereinander) und breakte ihre Gegnerin entscheidend zum 5:3. Da auch die formstarke Niemeier in zwei engen Sätzen die Oberhand behielt, ging Vilbel mit einem 4:2-Vorsprung in die Doppel.

Die Aufstellung in den drei verbleibenden Matches ergab sich für Craca recht schnell. »Ein Doppel ist eingespielt. Insofern ist uns die Besetzung nicht so schwergefallen«, erklärte der Sportdirektor, der seine beiden nominell besten Akteurinnen zusammen antreten ließ. Juvan/Paolini unterlagen jedoch gegen die Stuttgarterinnen, die ebenfalls ihre Nummer eins und zwei ins Rennen schickten.

Auf das niederländische Duo in Diensten des TCBV war indes Verlass. Kerkhove/Hogenkamp gewannen glatt in zwei Durchgängen. Im dritten Doppel kam zudem die Russin Natela Dzalamidze zum Einsatz und holte an der Seite von Niemeier den sechsten Zähler für das Wetterauer Team.