Aufbau Traglufthalle 1. Zeilsheimer Tennisclub

Nahezu andächtig stehen die Zeilsheimer Tennisspieler in ihrer neuen Traglufthalle. Elegant wölbt sich das weiße Dach über dem roten Sand der beiden Tennisplätze direkt vorm Clubhaus. Zum ersten Mal werden die Mitglieder des 1. Zeilsheimer Tennisclubs die Wintersaison im eigenen Stadtteil, in eigener Halle, spielen können.

Dem erhebenden Moment ging harte Arbeit voraus. Streng genommen begann sie vor Jahren, als Vorstandsmitglieder Möglichkeiten sondierten und Angebote einholten. Der Club, der vergangenes Jahr sein 50-jähriges Bestehen feierte, verfügt über sechs schöne Sandplätze. Im Winter aber müssen die Tennisspieler sehen, wo sie bleiben. Mit dem allgemeinen Aufschwung des Sports wurde es zunehmend schwieriger, Hallenstunden zu bekommen und sinnvolle Trainingspläne zu erstellen. Zuletzt fiel auch noch die Sindlinger Halle weg, in der die Zeilsheimer einen Großteil ihres Kinder- und Jugendtrainings abhielten.

Die Not war groß. Zum Glück gibt es die Tennisoffensive Frankfurt. Raimund Bucher, Vorsitzender des Frankfurter Tennisbezirks, handelte mit dem zuständigen Stadtrat und Dezernenten Markus Frank aus, dass die Stadt die Hälfte der Kosten übernimmt, wenn ein Verein auf seinem Gelände investiert.

Im August erhielt der Tennisclub den Bewilligungsbescheid. Im September begannen Vorarbeiten. Das Clubhaus und die künftige Halle wurden ans Gasnetz angeschlossen. Eine Belüftungsanlage entstand, Bodenanker wurden verlegt. Am 10. September wurde die Zweifeld-Traglufthalle in Form großer Rollen, schwerer Kabel und weiterer Bestandteile geliefert.
Sechs Helfer brachten die Hallenplanen, Sandsäcke und Eisenrohre am folgenden Tag in Position. Sie bauten auch schon den Eingang mit Drehtür und den Notausgang auf. Am Samstag, 12. September, rückten schließlich über 20 Mitglieder an, um den Aufbau zu stemmen. Schatzmeister Horst Sakreida, der das Vorhaben maßgeblich vorangetrieben hatte, freute sich über den Einsatz der Mitglieder: „„Es ist toll, dass so viele Helfer da sind und der Verein dahinter steht“, sagte er. „Eine schöne Gemeinschaftsaufgabe“, findet auch Vorsitzende Gudrun Katzenbach.
Die Helfer breiteten zuerst die schwere, weiße Hauptmembran auf den zwei Feldern aus. Sie ist viel größer als der Platz, damit sie, wenn sie gehoben wird, bis auf den Boden reicht. Es galt, sie Plane exakt mittig zu platzieren. Die überstehenden Ränder schlugen die Helfer ein und rollten sie auf. „Die Rollen heben sich mit und werden später von Hand rundum nach unten gezogen“, erklärte Monteur Manuel Gottschalk von der Herstellerfirma Hupfauer.

Dieses Procedere wiederholten die Clubmitglieder mit zwei Schichten isolierender Folie und einer abschließenden Schutzschicht. Die Nähte verklebten sie mit breitem Klebeband. Danach war schiere Manneskraft gefragt. 16 Männer wuchteten schwere Stahlkabel hoch und trugen sie im Gänsemarsch diagonal von Ecke zu Ecke der werdenden Halle. Die Kabel sind rautenförmig miteinander verbunden und fixieren die gesamte Konstruktion. Die Helfer legten die Stränge ab, brachten sie in Position und befestigten sie an den Ösen rundum. Darüber verging der Vormittag.

Nach einer kurzen Pause kam der spannende Moment. Schatzmeister Horst Sakreida warf das Gebläse an. Luft strömte unter die miteinander verbundenen Plastikplanen. Die Folien waberten hin und her, wellten sich, wogten in die Höhe. Das Stahlnetz spannte sich, die Halle nahm Form an. Die Helfer standen an allen vier Seiten und zogen die aufgerollten Folienränder nach unten und über das Bodengestänge. Am Ende wölbte sich die Halle elegant über den Plätzen.
Aber noch war nicht Feierabend. Bis die Folien richtig saßen, die Spannung stimmte, die Lampen montiert und die Sandsäcke als innere Abdichtung mit der Hauptmembran umwickelt und über die Bodenstangen verlegt waren, gingen weitere Stunden ins Land. Erst um 18 Uhr war alles vollbracht. Dann hatten die Helfer guten Grund, sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. „Wunderschön. Wir sind begeistert“, bilanzierte Gudrun Katzenbach.

Der Abbau im Frühjahr, versprechen die Monteure, soll schneller gehen. Wenn die Luft raus ist und die Halle in sich zusammensinkt, werden die einzelnen Folienschichten nur gefaltet und mit einem Stapler zum Lagerplatz gebracht. Und weil das ganze Einschlagen und Falten entfällt, soll auch der Aufbau im nächsten Herbst leichter und flotter vonstatten gehen. hn