BERGEN-ENKHEIM – Blei im Boden belastet auch die Vereinskasse – Ortsbeirat fürchtet weitere Altlasten

Der TC Bergen-Enkheim freut sich über seine nagelneue Tennishalle. Mit drei Feldern und hochwertigem Belag bietet sie seit knapp einem Jahr den Sportlern hervorragende Bedingungen. Doch für die Bergen-Enkheimer SPD ist das Projekt noch nicht ganz abgehakt. Denn beim Bau wurde Blei im Erdreich entdeckt.

Um diese moderne Drei-Felder-Tennishalle wird der TC Bergen-Enkheim von den meisten Frankfurter Tennisvereinen beneidet. Rund 2,4 Millionen Euro kostete der Bau, die Hälfte davon kam von der Stadt Frankfurt, die seit mehr als einem Jahr alle Tennis-Projekte mit Sportförderung bis zu 50 Prozent unterstützt. Weitere Mittel steuerte das Land Hessen bei, 900 000 Euro kamen durch Spenden und Privatgeldern vom Verein zusammen.

In 20 Jahren ist alles bezahlt

„Die Halle trägt sich. Im ersten Jahr haben wir trotz der durch die Corona-Pandemie verursachten fast dreimonatigen Pause eine Auslastung von 60 Prozent. Bleibt es bei dieser Kapazität, wäre in 20 Jahren alles bezahlt. Doch bei der Begeisterung, die wir als Echo von den Spielern erhalten, hoffen wir auf eine weitere Steigerung der Buchungen“, erklärte anlässlich einer Besichtigung des Areals, der Zweite Vorsitzende Carsten Hensel. Der nicht allzu schnelle Boden mit dem neuartigen Deco-Turf-Belag sei für Hobbyspieler aber noch stärker für Profispieler geeignet. Die Halle ist gut beleuchtet und nach modernen Standards isoliert.

Das Projekt Hallen-Bau startete bereits Ende 2013, die Bauarbeiten begannen aber erst im Oktober 2018. Nach intensiven Gesprächen gelang es dem Verein, den nördlichen Teil des Fußballfeldes an den in der Bornweidstraße beheimateten Tennis-Club in Erbpacht zu bekommen. 600 Mitglieder, einschließlich Kleinkinder, zählt der TC Bergen-Enkheim, über 900 Nutzer haben die Halle bereits frequentiert. Für den kommenden Winter seien schon 145 Abos verkauft. Jedoch war der Bau der Halle von Schwierigkeiten durchzogen. Vor allem der mit Blei verseuchte Boden verursacht Carsten Hensel Kopfschmerzen. „Die Stelle war zuvor nie wirklich bebaut und ist nach dem Krieg einfach aufgeschüttet worden“, erinnert er sich. Der Verein erlebte sein blaues Wunder.

Früher wurde hier gekickt

Bis zum Baubeginn der Tennishalle war auf dem Areal über Jahrzehnte hin ein Fußballplatz. Erst beim Bau sei festgestellt worden, dass die Erde belastet war. „Mit dem Platz ist alles in Ordnung, der ist einwandfrei bespielbar, wir haben keine Nachteile. Jedoch kostet die Entsorgung der Erde nun deutlich mehr.“

Viereinhalb Tonnen Abraum haben die Bauarbeiten verursacht, dem Verein sind nun erhebliche Mehrkosten entstanden, rund 295 000 Euro. Neben der Entsorgung des Erdreichs musste auch das Regenwasser vom Hallendach in einer Zisterne zwischengespeichert werden und konnte nicht wie ursprünglich geplant direkt in die Erde sickern. „Wir hoffen, dass wir auf diesen Mehrkosten nicht sitzen bleiben, denn das könnten wir niemals stemmen.“

Die Bergen-Enkheimer SPD will es morgen in der Ortsbeiratssitzung ganz genau wissen und hat einen entsprechenden Antrag formuliert. „Das ist der alte Mainarm. Dort wurde früher Eis gestochen, vielleicht kommt die Verunreinigung daher. Wir wissen es nicht“, beschreibt Eberhardt Schwarz (SPD) den Antrag seiner Fraktion auf Anfrage dieser Zeitung. Doch gelte es nun zu überprüfen, so Schwarz, ob weiteres verseuchtes Erdreich in der Nähe ist und ob angrenzende Wohngebiete ebenfalls betroffen sind. „Wir als Ortsbeirat haben davon nichts gewusst. Wir haben erst durch den Magistratsbericht M 97, der die Stadtverordnetenversammlung dazu auffordert, einen weiteren Zuschuss zu genehmigen, von dem verunreinigten Boden erfahren.“ Deshalb solle der Antrag der Sozialdemokraten zusätzlich erfragen, warum der Ortsbeirat nicht früher ins Boot geholt wurde. löf/mag

Der Ortsbeirat 16 tagt

Nächste Sitzung: Dienstag, 25. August, 19.30 Uhr, Stadthalle Bergen. Wegen Corona ist die Platzzahl begrenzt, Besucher müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.