Zeilsheim. „Das ist ein großer Tag für uns“, sagte Gudrun Katzenbach, Vorsitzende des 1. Zeilsheimer Tennisclubs: Am 21. August überreichte Frankfurts Sportdezernent Markus Frank den Bewilligungsbescheid für die Zweifeld-Traglufthalle, die erstmals in diesem Winter genutzt werden soll.

Für den Club geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Bisher wichen die Zeilsheimer Tennisspieler in Tennishallen in der Umgebung aus. Aber jetzt ist, nach der Auflösung des Sindlinger Tennisclubs, ein wichtiger und naher Standort entfallen, in dem ein Großteil des Kinder- und Jugendtrainings stattfand. „Der Leidensdruck ist gestiegen“, sagte Gudrun Katzenbach, „unsere sportliche Entwicklung war behindert.“

„Es gab für uns nur hopp oder topp, wachsen oder stoppen“, erläuterte Schatzmeister Horst Sakreida zwei Stadtverordneten, vier Ortsbeiräten, Stadtbezirksvorsteher Walter Piroth und dem „Löwen von Zeilsheim“, Alfons Gerling, die zu einem kleinen Empfang gekommen waren. Die Zeilsheimer entschieden sich für hopp. „Die Mitglieder haben toll mitgezogen“, sagte Sakreida. Letztlich überzeugten nicht nur die winterliche Hallennot, sondern auch der stete Mitgliederzuwachs, der Jugendanteil von gut einem Drittel und die verträgliche Finanzierung die 235 Tennisspieler, das Risiko einzugehen.

Mit 106.000 Euro übernimmt die Stadt die Hälfte der zuwendungsfähigen Kosten. Diese Art der Förderung sei ein gutes Geschäft, sagte Markus Frank: „Wenn Vereine selbst investieren, müssen wir uns nicht um den Betrieb der Anlage kümmern.“ Es handle sich um eine überschaubare Summe für mehr Sport in Frankfurt. Die Mittel dafür stehen dank der „Tennisoffensive Frankfurt“ zur Verfügung. In deren Rahmen hat die Stadt seit 2017 rund 10,6 Millionen Euro für 32 Maßnahmen ausgegeben. Angeregt und begleitet wurde das von Raimund Bucher, dem Vorsitzenden des Tennisbezirks Frankfurt. „Ich freue mich, dass sich die Politik in Frankfurt für den Sport interessiert und engagiert“, sagte Bucher: „Das kann auch ein Anstoß für andere Vereine sein, die sehen: Hier wird unterstützt.“ Er wie auch Gudrun Katzenbach betonten, dass die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Sportamts sehr gut laufe.

Rund 250.000 Euro müssen insgesamt aufgebracht werden. Die Halle allein schlägt mit 180.000 Euro zu Buch. Hinzu kommen Kosten für die Heizung des Clubhauses, eine neue Drainage, eine Erdgasleitung und vieles mehr. Der Eigenanteil des Clubs liegt bei 93.000 Euro – kein Pappenstiel für einen kleinen Verein. „Der Vorstand geht ein Risiko ein, das ist nicht selbstverständlich“, weiß Markus Frank.

Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Kalkulation des Schatzmeisters aufgeht. Er hatte mit Mieteinnahmen für 61 Stunden pro Woche gerechnet, tatsächlich sind schon mehr als 70 Stunden gebucht. In sieben bis zehn Jahren dürfte alles abgezahlt sein, sagt Horst Sakreida. Mit der Volksbank Höchst steht dem Club zudem ein bewährter und vertrauensvoller Partner zur Seite.

Auf der Tennisanlage selbst sind die Vorarbeiten seit einiger Zeit in Gang. Die Heizungsanlage für die Halle steht. Im August wurden Verankerungen in den Platz eingebaut. Mitglieder wie Horst Sakreida, der zweite Vorsitzende Manfred Meier und Ellen Wenzel vom technischen Ausschuss sind nahezu täglich vor Ort, während gleichzeitig der Spielbetrieb weiterläuft. Ende September soll die Halle erstmals aufgebaut werden. Sie wird die Plätze Eins und Zwei überspannen und besonders umweltverträglich sein. Während für alte Traglufthallen 25.000 bis 30.000 Euro Energiekosten pro Halbjahr anfallen, werden es in Zeilsheim nur rund 14.000 Euro sein.

Die Tennisspieler freuen sich darauf, im Winter endlich im eigenen Stadtteil bleiben zu können. Das erleichtert die Aufstellung der Trainingspläne für Mannschaftsspieler und Jugendliche und gibt neue sportliche Impulse. Kurzum: „Jetzt haben wir eine Zukunftsperspektive“, sagte Gudrun Katzenbach. Heide Noll